Buchtipp: Das Megatrend-Prinzip, Horx M.

Das Buch „Das Megatrend-Prinzip“ des Zukunftsforschers Matthias Horx liefert erfrischende Denkansätze zur „Welt von morgen“. Sowohl Optimisten als auch Pessimisten werden gleichzeitig enttäuscht und begeistert. Denn Horx ist weder Prophet einer heilen Welt noch Schwarzmaler, er betrachtet unsere Zukunft auf einer höheren Ebene, die unabhängig von „Gegenwartseitelkeit“ und Entweder-Oder-Denken funktioniert. Sein Fortschrittsglaube baut nicht nur auf der Gesellschaft und Zivilisation auf, sondern auch auf Evolution, Komplexität, Zerstörung und Zufall (oder gehört all das zusammen?).

„Die Armen werden immer ärmer, die Reichen immer reicher“, so lautet eine gängige These von Pessimisten. Doch was berechtigt uns dazu, eine solche Behauptung aufzustellen? Anschaulich erklärt Horx, dass das Gegenteil der Fall sei und die Menschen zum Wohlstand gefunden hätten und weiter finden würden. Dabei bestreitet er nicht, dass dieser Prozess durch zeitweilige Rückschläge unterbrochen werde. Aber erst Rückschläge machten einen Megatrend aus. Ebenso charakteristisch für einen Megatrend sei die 1-Prozent-Regel, wonach die wirklich langfristigen Entwicklungen und Umwälzungen auf unserem Planeten quälend langsame, um ca. 1 Prozent pro Jahr fortschreitende Prozesse seien.

Das Megatrend-Prinzip, Horx M., Quelle: eigene Arbeit
Buchkritik: Das Megatrend-Prinzip, Horx M. (Quelle: eigene Arbeit)

Ein großes Thema spielt die Globalisierung. Horx legt dar, warum der Gedanke der Globalisierung so überhaupt nicht neu, sondern uralt sei. Er erklärt, dass sich Globalisierung und Regionalisierung keineswegs widersprächen und der technische Fortschritt in unserer heutigen Zeit genauso überbewertet sei wie die Angst vor Rohstoffknappheit.

Der als „Finale“ bezeichnete letzte Teil des Buches befasst sich unter anderem mit verblüffenden Lösungsansätzen für die Integration von Migranten in die Gesellschaft (Stichwort: Separationsspiel) sowie mit der Tatsache, dass eine gesunde Gesellschaft Feinde benötigt, um zu überleben und sich weiterzuentwickeln (Stichwort: Angreifbarkeit von homogenen Gesellschaften).

Das Themenspektrum dieses Buches ist so vielfältig, dass ich hier leider nur einen Bruchteil davon aufzählen kann. Ich würde Ihnen also empfehlen, das Buch in voller Länge selbst zu lesen; nicht nur die überzeugende Sprache des Autors wird es Ihnen erleichtern, sondern auch die sachliche Fundiertheit des Werks. All jenen, die sich überwiegend mit pessimistischen Zukunftsvorstellungen auseinandersetzen, kann ich die Lektüre dieses Buches ohnehin wärmstens nahelegen, um auch einmal die andere Seite der Zukunft kennenzulernen (auch besser bekannt als „Fortschritt“). Blicken Sie, wie es Horx so schön formuliert, einfach mal „zurück nach vorn“.
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